Die Neuheit 2011 im Phantasialand: Maus au Chocolat

Eingangsbereich

Bei “bestem Fotowetter” zog es mich – nachdem die FKF-Italien-Tour 2011 vorüber war – ins Phantasialand, um dort die Neuheit Maus au Chocolat zu testen.

Die Story ist recht einfach umrissen: Die Besucher werden als Helfer des Kammerjägers Oskar Koslowski in die kaiserliche Tortenfabrik des Meisterkonditors Gustav E. Lehmann gerufen, um dort der Mäuseplage Herr zu werden.

Die Spritztüte

Gejagt wird nicht mit Mausefallen oder Katzen, sondern mit Schokolade und Sahne – diese wird aus Spritztüllen auf die Mäuse gefeuert. Doch es handelt sich nicht um echte Schokolade oder gar um echte Mäuse – alles ist in Form von perfekten 3-D-Projektionen nur virtuell dargestellt. Insgesamt lässt sich die Attraktion mit Toy Story Mania im Disneyland vergleichen: Nach der liebevoll detailreich ausgestatteten und dekorierten Warteschlange gelangen die Fahrgäste in einen eher kleinen Bahnhof, in welchem ein Zug aus drei drehbaren Chaisen auf seine Mitfahrer wartet. Die Chaisen fassen jeweils vier Personen, die zu zweit Rücken an Rücken sitzen. Vor ihnen befindet sich pro Person eine Spritztüte, welche mit einer Kordel ausgestattet ist und auch für die kleinsten Gäste näher herangezogen werden kann. Am Ende der Kordel befindet sich eine Metallkugel, durch Ziehen an dieser werden die Schüsse während der Fahrt ausgelöst.

Bahnhof

Die Fahrt führt durch die ganze Fabrik, und in jedem Raum wimmelt es nur so von Mäusen. Die Gondeln drehen sich quer zur Fahrtrichtung, bleiben jeweils vor einer Leinwand stehen und man schießt mit 3-D-Leckereien auf die virtuellen Mäuse. Das klingt im ersten Moment eher unspannend, ist jedoch wahnsinnig lustig und macht einen Heidenspaß. Für jeden Treffer erhält man – je nach Schwierigkeitsgrad – Punkte, welche während der gesamten Fahrt auf einem Display im Fahrzeug abgelesen werden können – am Ende der Fahrt wird der Sieger gekürt und es gibt auch einen Highscore.

Eine Chaise

Die Züge fahren synchron in einem festgelegten Takt von etwa 30 bis 45 Sekunden von Szene zu Szene, beginnend bei der Verwaltung der Fabrik. Es folgen das Lager, die Küche, der Backofen, das Tortenfließband, die Kühlkammer und zum Finale eine Empfangshalle mit einem Tisch voller Torten. Alle Szenen wimmeln nur so von Mäusen, welche überall ihren Schabernack treiben. Einfach zu treffende Mäuse, welche beispielsweise an einem kleinen Spültuch-Fallschirm direkt vor der Nase der Besucher vorbei fliegen, bringen dem Fahrgast 500 Punkte. Schwierigere Mäuse weiter hinten zählen 1.000 oder in besonders schwierigen Fällen 2.000 oder gar 5.000 Punkte. Darüber hinaus gibt es in den Szenen auch noch statische Ziele, z. B. Aktenordner in der Verwaltung, welche 100 Punkte bringen.

Empfangshalle

Zwischen den Szenen befinden sich thematisierte Räume, welche den Transport zwischen den einzelnen Leinwänden überbrücken und sehr stimmig gestaltet wurden.

Am Ende der Fahrt erwarten die Besucher insgesamt sechs Flatscreens, auf welchen die Punktezahlen der Spieler gezeigt werden. Darüberhinaus sieht man dort auch ein Onride-Foto, welches unauffällig während der Fahrt gemacht wurde (und manchmal zu recht “unvorteilhaften” Ansichten der Fahrgäste führt, da diese während dem actionreichen Geballere fotografiert werden).

Punktestand und Onride-Foto

Alles in Allem ist Maus au Chocolat eine wirklich gelungene Fahrt, welche von Fahrsystem und Attraktionstypus bisher in Europa einmalig ist. Genau genommen ist die Attraktion natürlich weltweit einmalig, da es beim offensichtlichen Vorbild in Anaheim bzw. Orlando nicht die gleichen 3-D-Spielsequenzen gibt.

Maus au Chocolat muss sich jedoch nicht hinter diesem Vorbild verstecken und ist ein echtes Highlight in der Geschichte des Phantasialands, so dass sich zahlreiche andere Parks ganz schön warm anziehen müssen, um mit einer solchen Attraktion mithalten zu können.